Welche Fragen beschäftigen mich rund um diesen Jahreswechsel?
Was „trägt über die Schwelle“ vom Alten zum Neuen?
Worauf hoffe ich im neuen Jahr?
Gnade und Wahrheit
Zwei Worte sind es, die mich bewegen:
Gnade und Wahrheit.
Lieben ohne Vorbedingung.
Verzeihen und ein weites Herz.
So viel Luft nach oben. So ist das.
Das ist Gnade – ich darf weiterlernen.
In den letzten Stunden des alten Jahres lese und bete ich oft mit Worten, die andere vor mir gebetet haben. Worte, die ich mir nicht suche, sondern die es schon längst gibt. Worte, die im besten Sinne zeitlos sind. Wie die von Paul Gerhardt:
Nun lasst uns gehen und treten mit Singen und mit Beten
zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben.
Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern,
wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen
durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen,
durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken.
Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens
mit unserm Tun und Machen, wo nicht deine Augen wachen.
Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen,
lass Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen.
Was ist das Eigene, dass wir als Christinnen und Christen zur Gestaltung des Jahreswechsels beitragen können? Paul Gerhardt würde sagen: „Singen und Beten!“ Dabei ist sein Lied für mich wie ein Raum der Stille und Geborgenheit, ein Raum, den man mit einer alten Kirche vergleichen kann, in der die Menschen Zuflucht suchen und finden. Dieser Raum umfängt mich am Ende des Jahres und am Beginn des Neuen. Hier muss ich nichts erklären, sondern darf sein, in Gottes Nähe. Und im Silvestergottesdienst dann gemeinsam einzustimmen, das stimmt mich zuversichtlich für das neue Jahr.
In diesem Sinne ein gutes und gesegnetes neues Jahr!

Autorin: Christiane Rösel,
Gastgeberin des Podcasts Vorwärtsleben, Autorin und Referentin





