Impuls von Christiane Rösel: „Eine gute Frage…!“
Impuls von Christiane Rösel: „Eine gute Frage…!“

Eine gute Frage…!

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Eine gute Frage…!

Ich mag sie, gute Fragen. Gleichzeitig ist es sicher eine Kunst, gute Fragen zu stellen, die einen Raum eröffnen für wirkliche Begegnungen. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass wir es lernen können, Fragen zu stellen.

  • Was ist für dich eine gute Frage?
  • Welche Frage hat dich zuletzt überrascht und herausgefordert?

Zu Weihnachten habe ich ein Fragebuch und Fragekarten geschenkt bekommen. Ein bisschen überrascht war ich schon, gleichzeitig habe ich mich auch gefreut: Da wissen Menschen, was ich mag. Ich liebe gute Fragen. Sie gehen mir nicht aus, sondern werden eigentlich sogar mehr. Sie halten mich neugierig, und lassen mich wacher durch die Welt gehen. Mit Fragen gehe ich mir selbst auf den Grund, versuche zu ergründen – diese Welt und ich darin.

Die Fragen selbst lieb zu haben

Der Dichter Rainer Maria Rilke hat einem jungen Kollegen einmal Folgendes geraten:

„Man muss Geduld haben gegen das Ungelöste im Herzen und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben können. … Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie sich dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein.“

Was berührt mich so an diesem Text? Aus meiner Sicht ist es keine Empfehlung, einfach mal zu fragen und die Antworten sind nicht so wichtig. Eher der Gedanke, den Respekt nicht zu verlieren vor der Größe und Weite des Lebens, das ich immer nur stückweise verstehe.

Jesus hat seine Jünger gefragt und herausgefordert

Eine Frage von Jesus in Johannes 6 finde ich besonders überraschend: Jesus hat gepredigt und das, was sich niemand wünscht, passiert – viele Menschen wenden sich ab. Das ist zu viel. Da können sie nicht mehr mit. Und dann heißt es dort: Da fragte Jesus die Zwölf: „Wollt ihr auch weggehen?“ (Johannes 6,67). Kein Appell, wenn die anderen schon gehen, dann bleibt ihr doch bitte. Im Gegenteil – eine ehrliche und wichtige Frage. Simon Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollten wir gehen? Du sprichst Worte, die ewiges Leben schenken. Wir glauben und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes“ (Johannes 6,68-69). Für mich ist diese Frage von Jesus auch eine, die ich für meinen Glauben im Älterwerden sehr persönlich höre. Jesus setzt nicht einfach voraus, dass ich bleibe. Er fragt mich. Und vielleicht entstehen tragfähige Bekenntnisse gerade nach einer wichtigen Frage: „Herr, wohin sonst, sollten wir gehen?“

Was ist für dich eine gute Frage?

  • Für mich ist es eine Frage, die ein Gespräch eröffnet.
  • Sie muss nicht originell sein, aber ehrlich.
  • Eine gute Frage setzt voraus, dass ich mich wirklich für mein Gegenüber interessiere.

Eine gute Frage war der Auslöser für unseren Podcast.

Wie das, fragst du dich vielleicht? Und überhaupt, wie seid ihr gestartet? Ich hatte die Idee und habe überlegt, mit wem ich gerne das Podcast-Experiment starten würde. Da ist mir eingefallen, dass René auf einer Hauptamtlichen Tagung eine so ehrliche Frage gestellt hat, die in mir lange gearbeitet hat. Es war die Frage: „Was will ich unter allen Umständen für ein Mensch sein?“

Mit jemandem, der solche Fragen stellt, etwas auszuprobieren, das erschien mir verheißungsvoll!

Und was soll ich sagen: Das ist es auch!


Christiane Rösel

Autorin: Christiane Rösel,
Gastgeberin des Podcasts Vorwärtsleben, Autorin und Referentin

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