Keine Angst vor dem Älterwerden!
„Warum brauche ich keine Angst zu haben, vor dem Älterwerden?“ Das ist mein Thema, mitten in „unserer“ Wochenzeitung „DIE ZEIT“. Im Interview Prof. Dr. Andreas Kruse, einer der bedeutendsten Altersforscher Deutschlands. Und was er sagt, packt mich. Denn manchmal habe ich nicht nur Respekt, sondern regelrecht Angst vor dem, was uns erwartet.
Andreas Kruse eröffnet mir mit seinem Artikel gewissermassen „die Tür“ in die Gerontologie, die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Älterwerden. „Wachstum und Verletzlichkeit“ sind zwei Stichworte, die er immer wieder gebraucht. Natürlich gehört zu dieser Lebensphase besonders in der Hochaltrigkeit eine zunehmende Verletzlichkeit. Gleichzeitig zeigen viele Untersuchungen (auch durch das Institut für Gerontologie in Heidelberg, deren Leiter er viele Jahre war), dass Menschen darauf unterschiedlich reagieren.
Wie wir jung bleiben
Das Alter an sich spricht kein Urteil darüber, wie sich ein Mensch entwickelt. Auf die Frage des Reporters: „Wie bleiben wir jung?“ antwortet Kruse: „Körperliche und geistige Beweglichkeit – aber der wichtigste Punkt ist die „open-mindedness“, geistig, emotional und spirituell offen zu sein, neue Erfahrungen zu machen. Menschen die sich schon immer für etwas Neues interessierten, die offen waren im Austausch, eine zuhörende Haltung gegenüber anderen hatten und keine Scheu, sich mit Unbekanntem auseinanderzusetzen, die werden im Alter ungemein lebendig!“
Was für eine Aussicht?
Im letzten Jahr habe ich Prof. Kruse dann live auf der Bühne erlebt: Da bewegt sich ein schmaler Mann zwischen Flügel und Rednerpult hin und her und erzeugt mit dieser Mischung eine berührende Resonanz. Es gibt sie, die konkreten Lebens- und Entwicklungsaufgaben und sie fordern uns heraus. Aber es ist auch möglich, sie zu bewältigen. Immer wieder erzählt er dazu Beispiele von Menschen aus ihren Untersuchungen.
Dieser Wechsel zwischen Vortrag und der Musik von Johann Sebastian Bach eröffnet einen Raum, für meine ganz eigenen Fragen. Sie legen sich aber nicht wie eine Last auf meine Seele, sondern er ermutigt mich dazu, weiterzugehen, sie anzupacken. Manche Schritte bin ich auf diesem Weg schon gegangen, gleichzeitig merke ich, dass da noch Fragen offen sind. Aber dass es möglich, meine ganz persönlichen „Daseins- und Entwicklungsaufgaben“ anzupacken, dazu ermutigt er mit jeder weiteren Geschichte.
Einer der Höhepunkte des Vormittags ist für mich der Choral: „Jesus bleibet meine Freude!“ Da bleiben am Ende nicht nur Gedanken, es klingt etwas in mir nach!
Prof. Kruse beim TSC-Inspirationstag
Am 5. Mai gibt es die Möglichkeit, Prof. Andreas Kruse beim TSC-Inspirationstag auf dem Chrischona Berg live zu erleben:

Autorin: Christiane Rösel,
Gastgeberin des Podcasts Vorwärtsleben, Autorin und Referentin





